Freitag, 11. Mai 2012

Hakuna Matata


Wuhuuu! Ich habe meinen ersten Mehr-Tages-Track überlebt. Zugegebener Weise war es lediglich eine Übernachtung, aber immerhin musste ich 17km durch die Natur klettern (offiziell angesetzt sind dafür 7Stunden und die haben wir auf dem Hinweg auch benötigt). Und das meine ich so. Zwar wurde uns im Department of Conservation gesagt, dass der Weg für Anfänger ist und flach, aber was Kiwis unter flach verstehen ist mir schleierhaft.
Ich bin übrigens gerade in Fox Glacier und habe an meinem ersten Tag hier den Gletscher so weit besucht, wie man es ohne Führung darf. An dem Abend habe ich dann eine Malaysierin kennengelernt, die mir erzählt, dass sie am nächsten Tag den Copland Track machen wollte. Ich wurde durch diese nette Beschreibung mit dem einfachen Weg, aber vor allem von den heißen Quellen, die es an der Hütte gab, wo wir übernachten sollten, schnell überzeugt. Am nächsten Tag ging es los. Natürlich haben wir den Bus verpasst, also wurde der nächste LKW-Fahrer angesprochen. Der hat uns dann auch netterweise dort abgesetzt. Im Sprühregen ging es los und es fing schon gut an, denn wir mussten einen Fluss überqueren. Die Schuhe waren dann schonmal nass. Über Stock und Stein ging es dann hoch und runter, durch Regenwald, am Flussüfer über große Steine, durch enge präparierte Wege und durch weitere Bäche. Da es natürlich zunächst weiter regnete wurden wir von oben nass, durch die Bäche dann auch von unten... die Steine waren glitschig. Dazu noch eine schöne Schlammpfütze, die sich meterweit ausbreitet und ein Abenteuer beginnt.
Ich hatte mich auf einen einfachen Weg eingestellt, sodass ich nach einigen Stunden und etlichen Kilometern langsam schlapp machte – also wurde ein Gang runtergefahren. Wenn wir uns einen Berg hochgeackert haben, wurden wir danach auch gleich wieder heruntergeschickt. Manche Bäche waren dann eher Bergflüsse und es gab netterweise Brücken... "netterweise", denn zwei dieser Brücken waren nichts weiter als Stahlseile, die mit Maschendrahtzaun ausgestattet war. Und das ging über eine extrem tiefe Schlucht. Man hatte eine tolle Aussicht, die ich aber nur sekundenweise gesehen habe, weil ich ansonsten mit geschlossenen Augen über diese Selbstmörderbrücken gegangen bin. Ich will nicht wissen, wie es ist dadrauf zu sein, wenn es windig ist.
Nach gut 7 Stunden (und ja, ich war diejenige, die auf dem Hinweg langsam war. Den Rückweg fand ich dann echt gut und ich konnte gut Tempo halten...) kamen wir an die versprochene Lichtung. Zur Linken konnte man schon den Dampf sehen, der von den heißen Quellen aufstieg und vor uns war ein wunderschönes Panorama (es hatte aufgeklart und die Sonne schien). Wir haben dann nur ein wenig Luft geholt, unsere Schlafsäcke auf die Matratzen gelegt und sind zu den Hot Pools. Oh, es war genial, nach stundenlangen Strapazen sich in das heiße Wasser zu setzen.
Wie das Ganze zustande kam, könnt ihr euch bei Wikipedia durchlesen. Hat was mit eine Erdspalte zutun und mit Wasser, das jahrelang 2km unter der Erdoberfläche gekocht wird und mit Mineralien versetzt wird und dann irgendwie an die Oberfläche kommt. Aber wie gesagt, genaueres bei Wikipedia.
Nach dem ersten Bad wurde gegessen und auf die Hüttenwächter gewartet, denn auch in den Hütten muss man zahlen, hier aber nicht so viel, wie sonst. Danach war es dann dunkel, immerhin war es nach 7Uhr. Und da war sie dann.. die Versuchung nochmal in die Hot Pools zu gehen. Wir waren insgesamt zu neunt an dem Abend, aber sind dann als eine Dreierdruppe (eine Amerikanerin war alleine gewandert) zu den Quellen. Die Schwimmsachen wurden eher schlecht als recht am Ofen etwas angewärmt, angezogen und dann ging es wieder ins Wasser. Es war eine sehr gute Entscheidung, denn der Sternenhimmel über uns war mal wieder atemberaubend. Wir saßen im Warmen und starrten nach oben...
Der nächste Morgen kam sehr bald, es war kalt und der Abstieg wurde dann mal wieder von oben nass. Trotzdem war es genial!

Das wollte ich nur mal loswerden. Fotos gibt es nicht, kein freies Internet... Okay, eins... nur um euch eifersüchtig zu machen ;) So entspannt man nach 17km klettern...


Sonntag, 6. Mai 2012

Das Wandern (und das Essen) ist des Müllers Lust

Bevor es für mich morgen Früh weiter geht nach Wanaka, der kleinen Schwester von Queenstown, will ich doch zunächst von meiner Zeit hier erzählen.

Queenstown ist die Stadt der Partys und des Extremssport. Hier kann man alles machen, was man sich so verrücktes ausdenkt und was einem nur knapp am Tod vorbeischliddern lassen lässt. Ich persönlich war da etwas vorsichtiger und habe den Leuten nur dabei zugesehen, wie sie sich am Gummiseil in den Tod stürzen.

Was habe ich sonst noch hier so gemacht? Am ersten Tag ordentlich Geld ausgegeben, nämlich eine neue Kamera gekauft. War aber ein Schnäppchen und die Kamera selbst ist auch kein Sondermodell mit viel Schnickschnack, sondern einfach etwas, worauf ich mich verlassen kann (eine Canon IXUS 115HS falls es jemanden interessiert. Sogar günstiger erstanden als ich sie in Deutschland bekommen hätte. Ha!).
An meinem ersten Morgen bin ich dann am Frühstückstisch von einem Bekannten überrascht worden. Zwei meiner ehemaligen Arbeitskollegen ("Mitsklaven") waren auch in Queenstown und so haben wir den Tag zusammen verbracht indem wir zur Gondolastation hochgelaufen sind und dort den unglaublichen Ausblick genossen haben. Direkt neben uns sind die Paraglider gestartet und ich muss zugeben, da hat es dann doch schon gekribbelt, ob ich es nicht doch mal wagen sollte...
Morgens in Queenstown. So gegen 8, glaub ich. Dank der ollen Packhausarbeit ist mein Schlafrhytmus noch immer sehr seltsam. Ich bin früh müde und stehe früh auf...

Eine Treppe ins Nichts... Nein, nicht ganz. Hier darf man sich an ein Drahtseil binden und daraf im Tarzanstyle hinuntersausen.. Juchu...

Ohne Worte ;)

An dieser Stelle unseres Weges wurde es passend für ein Märchen, also habe ich Vivi die Geschichte von Hänsel und Gretel erzählt, weil sie die noch nicht kannte.

Blick auf den See

Gipfelstürmer!

Paraglider. Wichtigste Regel: Wenn ich sage lauf, dann läufst du solange, bis kein Boden mehr unter deinen Füßen ist....

Queenstown von oben

Runter ging es dann auf die leichte Weise, mit der Gondel. Anscheinend eine der steilsten, die es so gibt. Aber egal, Gondel ist Gondel. Da auf der Fahrt von oben nach unten die Tickets nicht (mehr) kontrolliert werden.. war das Vergnügen dann auch kostenlos.
Nach solchen Strapazen wurde dann der Fergburger gestürmt. Das ist DER Burger in Queenstown (und in Neuseeland), wenn man den Leuten Glauben schenken soll. Ich darf zugeben, dass ich zweimal dagewesen bin in meiner Zeit nun. Einmal an meinem zweiten Tag und heute. Ich dachte mir an meinem Geburtstag darf ich mir den König der Burger holen, den Big Al. Joa, das Teil habe ich dann auch nicht auf einmal aufbekommen, weil er einfach zu groß war. Aber lecker! Dafür läuft man gerne den ganzen Tag rum und isst nichts.


Im öffentlichen Garten. Ich maaaaaaag meine Kamera!


Die anderen Tage... war ich auf dem Queenstown Hill und habe mich mit jemanden getroffen, die ich im Doubtful Sound getroffen habe.
Dann bin ich nach Arrowtown gefahren, eine kleine Goldgräberstadt. Dort waren auch gleich am Rand des Ortes zwei Drehorte vom Herrn der Ringe. Ja, auch darauf komme ich mal wieder zurück. Zum einen konnte man die Furt besuchen, wo im ersten Film die schwarzen Reiter hinter Arwen herwollten. Die andere Seite des Flusses und die Flut wurde leider woanders gedreht. Zum anderen gab es den Durchgang durch den Isildur geritten ist. Das ist ganz am Anfang vom ersten Film als die Geschichte des Rings erzählt wurde und Isildur von den Orcs erschossen wird. Da reiten sie durch eine Baumallee.
Aber zurück zu den Goldgräbern. In Arrowtown gab es auch eine chinesische Siedlung, wo sich halt die chinesischen Goldgräber niedergelassen haben. Zunächst waren sie noch willkommen, dann wurden sie zu den Außenseitern der Gesellschaft und blieben Größstenteils unter sich. Nicht nur wegen der Sprachprobleme. Erst nach dem Goldrausch wurde das Verhältnis zu den chinesischen Mitbürgern besser auch wenn sie trotzdem nicht die übliche Pension bekamen und die Einwanderzahlen zum Zweiten Weltkrieg hin drastisch minimiert wurden.
Blick von Queenstown Hill




AUch auf dem Queenstown Hill.. irgendeine abstrakte Skulptur, die etwas mit dem fangen von Träumen zu tun hat.

Herbst in Arrowtown

Alte Karrikatur zur "Invasion" Neuseelands von den Chinesen im Goldrausch.


Die chinesische Siedlung, wiederaufgebaut


Im Haus des Kaufmanns saß eine Katze im Fenster. Hab mich ganz schön erschrocken, weils dunkel war...

Innenstadt von Arrowtown


hier irgendwo wurde die Verfolgung von Arwen edreht. ALso im Grunde im unteren Bild, glaub ich.


Auf diesen Wegen wurde Isildurs Untergang gedreht.

Ich war dummerweise auf der falschen Seite des Flusses. Der Weg rechts, mit den überhängenden Ästen ist die Stelle


Eigentlich wollte ich an dem Tag noch woanders hin, aber ich habe meinen Bus verpasst und durfte 2Stunden auf den nächsten warten. Da habe ich mich meinem aktuellen Buch zugewendet. (Liebe die neue Kamera immer noch)

Vollmond


Und dann war da heute... mein Geburtstag! Nachdem mir im Informationscenter gesagt wurde, dass heute keine Herr der Ringe Touren laufen, habe ich mich auf den Weg nach Glenorchy gemacht. Der Bus war mir zu teuer und ich stand damit mal wieder an der Straße. Aber das war gar nicht mal so einfach wie sonst. Als ich gerade aufgeben wollte hat aber netterweise ein Auto voll mit Chinesen gehalten. Ich weiß nicht, warum mein letzter Mit-Hitchhiker meinte, dass Asiaten nicht anhalten. Hatte bei denen noch nie Probleme...
Nach einem Aufenthalt am See habe ich mich zu einem Kaffee ins Cafe gesetzt und danach zu Fuß die Gegend um Glenorchy erkundet. W-U-N-D-E-R-S-C-H-Ö-N!
Auf dem Rückweg wurde ich dann von einem Kiwi-Vater-Tochter-Gespann mitgenommen und dann gab es den legendären Fergburger...
Glenorchy






Auf dem See waren so viele schwarze Schwäne. Sehr schööön! Hier gibt es übrigens keine (kaum?? ich glaube keine) weißen Schwäne. Somit eine nette Abwechslung für mich.


Viel zuviele Klamotten. Die Sonne war wunderbar warm!

besser...

Ich kann nicht genug hiervon bekommen...

Zurück in Queenstown mit dem Big Al. Ich konnte ihn nicht auf einmal essen. Der Rekord dieses Monster zu essen ist 2Minuten 14Sekunden. Ich habe eher 2Stunden und 14Minuten gebraucht...
Soooo das war's erstmal von mir. Da es jetzt genug Bilder und Geschichten von mir gibt, kann ich mich beruhigt ein wenig zurückziehen. Nächstes Ziel ist Wanaka, danach die Gletscher und eine Fahrt über den Arthurs Pass nach Christchurch. Von dort bahne ich meinen Weg nach Nelson. Je nachdem wie die Lage des Internets unterwegs so ist, melde ich mich dann mal wieder.
Bis dahin, alles Gute und viele Grüße an die Heimat!

Dienstag, 1. Mai 2012

Winter is coming


Das Hostelleben hat mich wieder. Nach der Abreise von Roxburgh ging es durch Central Otago zum Lindis Pass – allerdings nicht ohne vorher in Poolburn zu stoppen. Poolburn sagt keinem was, aber es ist eines der wunderschönen Sets aus den Herr der Ringe Filmen. In der Region wurden die Szenen für Rohan gedreht und an dem See gab es das kleine Dorf, dass in Die zwei Türme von Sarumans Anhängern zerstört wurde.

Es folgten einige weitere kältere und wärmere Nächte im Auto auf dem Weg nach Dunedin und dann runter in die Catlins. Aber dafür gab es auch (fast) immer einen wunderschönen Campingplatz. Direkt am Strand zum Beispiel, oder in der Mitte von Nirgendwo. In den Catlins gab es dann viele Strände, viel Meer, wunderschönes Wetter, Seelöwen und Robben und auch einige Wasserfälle.

Von den Catlins ging es dann die Westküste hoch, ins Fjordland. Nach einem sehr trockenen Sommer hat es dort dann mit unserem Ankommen angefangen zu regnen. Natürlich. Trotzdem gab es noch einige schöne Stunden und Tagesabschnitte an denen man die Sounds genießen konnte. Zunächst nur von der Straße aus die zum Milford Sound hinaufführt. An einem der schönen Morgende habe ich dann den Track zum Marian Lake gemacht und dabei meine Kamera fallen lassen – natürlich, ich hatte ja nur für den nächsten Tag eine Übernachtungstour durch den Doubtful Sound gebucht, da braucht man ja keine Kamera. Sie funktioniert noch, aber nicht mehr ordentlich, also werde ich mir in Queenstown eine Neue holen.
Mit der Schifffahrt endete dann auch meine Zeit mit meiner Reisebegleitung und die Zeit im Auto. Ein wenig werde ich es schon vermissen, war schon schön komplett ohne Elektrizität und laufend Wasser auszukommen.

Meine Schifffahrt war netterweise absolut verregnet. Mit dem Bus bin ich von Te Anau nach Manapouri, dort auf ein Boot, das uns über den Lake Manapouri (einfallsreiche Namen haben sie hier) gebracht hat. Dann ging es wieder in einen Bus, um über den Pass zu kommen. Als letztes Ziel kamen wir dann am Hafen an und konnten auf das Boot. Eigentlich fasst es 70 Personen, aber da Nebensaison ist war nur etwas über die Hälfte der Betten belegt. Dank einer kurzen Regenpause konnten wir dann im Sound/Fjord kayaken und am Ufer entlang paddeln. Danach ging es raus zum Fjordeingang, also zum offenen Meer. Dort schaukele es dann auch ein wenig mehr, aber leider haben wir weder Robben noch Delfine gesehen. Ein paar Blue Penguins waren da, aber die sind schnell wieder abgetaucht. Für die Nacht ging es dann in einen geschützten Arm des Fjords, anscheinend hat es die Nacht über jedoch trotzdem so gestürmt, dass einige Gäste nicht gut schlafen konnten. Ich persönlich habe nichts davon mitbekommen. Am nächsten Morgen sind wir dann in einen anderen Arm noch gefahren, wo man eigentlich den "Sound of Silence" erfahren sollte. Also einfach die Stille genießen. Dank des Regens konnte man aber nur vereinzelt ein paar Vögel hören und auch die Wasserfälle waren ganz schön laut. Über Nacht hatte es auf den Bergen geschneit, was den Kuppeln eine schöne Puderschicht verpasst hat.
Und auch, wenn es eigentlich unwichtig sein sollte: Das Essen war genial. Nachmittags gab es Muffin, dann eine Suppe, dann das Abendessen mit Salaten, verschiedenes Gemüse, Kartoffeln, Kumara, Reis, Hühnchen, vegetarische Leckerbissen, geräucherter Lachs, Muscheln, Rinder- und Lammbraten, massenhaft an Nachtisch und ein wundervolles Frühstück warm und kalt. Das freut das Backpackerherz...

Nun sitze ich in Te Anau und werde morgen meinen Weg nach Queenstown und Umgebung machen. Danach geht es dann irgendwann an der Westküste weiter hoch zu den Gletschern. Aber alles zu seiner Zeit...

Poolburn 


 Der Campingground vom Lindis Pass
Die Clay Cliffs bei Omarama
 Strand in den Catlins
 Nugget Point
 Der Blick vom Campingground aus am Morgen
Seelöwenkampf. Sehr amüsant, weil sie für eine Minute sich anmachen und dann fünf Minuten ruhig nebeneinander liegen...


 Am tiefsten See in Neuseeland (am Anfang des Fjordlands) ... Irgendwas mit Ho.. war der Name.

 Der Blick in den Middle Sound

 Mirror Lakes
 Homer Tunnel zum Milford Sound hoch.
 Auf meinem Trip hoch zum Marian Lake. Dafür, dass ich die Fotos "lind" gemacht habe, sind sie einigermaßen geworden...




 Die Kabine auf dem Boot

 Tasman Sea
 Es war kalt...