Wuhuuu! Ich habe meinen ersten
Mehr-Tages-Track überlebt. Zugegebener Weise war es lediglich eine
Übernachtung, aber immerhin musste ich 17km durch die Natur klettern
(offiziell angesetzt sind dafür 7Stunden und die haben wir auf dem
Hinweg auch benötigt). Und das meine ich so. Zwar wurde uns im
Department of Conservation gesagt, dass der Weg für Anfänger ist
und flach, aber was Kiwis unter flach verstehen ist mir schleierhaft.
Ich bin übrigens gerade in Fox Glacier
und habe an meinem ersten Tag hier den Gletscher so weit besucht, wie
man es ohne Führung darf. An dem Abend habe ich dann eine
Malaysierin kennengelernt, die mir erzählt, dass sie am nächsten
Tag den Copland Track machen wollte. Ich wurde durch diese nette
Beschreibung mit dem einfachen Weg, aber vor allem von den heißen
Quellen, die es an der Hütte gab, wo wir übernachten sollten,
schnell überzeugt. Am nächsten Tag ging es los. Natürlich haben
wir den Bus verpasst, also wurde der nächste LKW-Fahrer
angesprochen. Der hat uns dann auch netterweise dort abgesetzt. Im
Sprühregen ging es los und es fing schon gut an, denn wir mussten
einen Fluss überqueren. Die Schuhe waren dann schonmal nass. Über
Stock und Stein ging es dann hoch und runter, durch Regenwald, am
Flussüfer über große Steine, durch enge präparierte Wege und
durch weitere Bäche. Da es natürlich zunächst weiter regnete
wurden wir von oben nass, durch die Bäche dann auch von unten... die
Steine waren glitschig. Dazu noch eine schöne Schlammpfütze, die
sich meterweit ausbreitet und ein Abenteuer beginnt.
Ich hatte mich auf einen einfachen Weg
eingestellt, sodass ich nach einigen Stunden und etlichen Kilometern
langsam schlapp machte – also wurde ein Gang runtergefahren. Wenn
wir uns einen Berg hochgeackert haben, wurden wir danach auch gleich
wieder heruntergeschickt. Manche Bäche waren dann eher Bergflüsse
und es gab netterweise Brücken... "netterweise", denn zwei
dieser Brücken waren nichts weiter als Stahlseile, die mit
Maschendrahtzaun ausgestattet war. Und das ging über eine extrem
tiefe Schlucht. Man hatte eine tolle Aussicht, die ich aber nur
sekundenweise gesehen habe, weil ich ansonsten mit geschlossenen
Augen über diese Selbstmörderbrücken gegangen bin. Ich will nicht
wissen, wie es ist dadrauf zu sein, wenn es windig ist.
Nach gut 7 Stunden (und ja, ich war
diejenige, die auf dem Hinweg langsam war. Den Rückweg fand ich dann
echt gut und ich konnte gut Tempo halten...) kamen wir an die
versprochene Lichtung. Zur Linken konnte man schon den Dampf sehen,
der von den heißen Quellen aufstieg und vor uns war ein
wunderschönes Panorama (es hatte aufgeklart und die Sonne schien).
Wir haben dann nur ein wenig Luft geholt, unsere Schlafsäcke auf die
Matratzen gelegt und sind zu den Hot Pools. Oh, es war genial, nach
stundenlangen Strapazen sich in das heiße Wasser zu setzen.
Wie das Ganze zustande kam, könnt ihr
euch bei Wikipedia durchlesen. Hat was mit eine Erdspalte zutun und
mit Wasser, das jahrelang 2km unter der Erdoberfläche gekocht wird
und mit Mineralien versetzt wird und dann irgendwie an die Oberfläche
kommt. Aber wie gesagt, genaueres bei Wikipedia.
Nach dem ersten Bad wurde gegessen und
auf die Hüttenwächter gewartet, denn auch in den Hütten muss man
zahlen, hier aber nicht so viel, wie sonst. Danach war es dann
dunkel, immerhin war es nach 7Uhr. Und da war sie dann.. die
Versuchung nochmal in die Hot Pools zu gehen. Wir waren insgesamt zu
neunt an dem Abend, aber sind dann als eine Dreierdruppe (eine
Amerikanerin war alleine gewandert) zu den Quellen. Die Schwimmsachen
wurden eher schlecht als recht am Ofen etwas angewärmt, angezogen
und dann ging es wieder ins Wasser. Es war eine sehr gute
Entscheidung, denn der Sternenhimmel über uns war mal wieder
atemberaubend. Wir saßen im Warmen und starrten nach oben...
Der nächste Morgen kam sehr bald, es
war kalt und der Abstieg wurde dann mal wieder von oben nass.
Trotzdem war es genial!
Das wollte ich nur mal loswerden. Fotos
gibt es nicht, kein freies Internet... Okay, eins... nur um euch
eifersüchtig zu machen ;) So entspannt man nach 17km klettern...