Freitag, 25. November 2011

Philosophie und das Leben an sich...

True happiness can only be found when shared. - Into the Wild

Gestern Abend haben wir im Hostel den Film geguckt und da er doch etwas (sehr) bedrückend (aber wunderschön) ist, dachte ich mir, dass ich mich mal wieder ausführlicher melden sollte.

Für diejenigen, die den Film nicht kennen:
Ein junger Mann macht seinen Collegeabschluss und dann kapselt er sich vollkommen von seinem alten Leben ab. Er verlässt seine Familie, vernichtet seine komplette Identität und zieht los. Zunächst innerhalb der Staaten, sucht sich Arbeit um ein wenig Geld zu verdienen und trifft auf Menschen. Oft sind es Leute, die ihm helfen, ihn unterstützen, teilweise nicht verstehen was er da genau tut. Auf jeden Fall lernt nicht nur er was von diesen verschiedenen Personen, sondern auch diese von ihm. Sein Ziel ist jedoch nicht die Gesellschaft von Menschen, sondern die Einsamkeit in der Wildnis von Alaska. Dies ist sein Ziel und nach über einem Jahr Reisen kommt er dort an, entdeckt einen alten Bus, der dort herumsteht und lässt sich dort nieder. Er lebt von und mit der Natur, hat gut und schlechte Tage. Denkt nach, philosophiert und schreibt seine Geschichte auf. Nach neun oder zehn Monaten kommt er auf den Schluss, dass seine Zeit in der Wildnis abgelaufen ist. Er möchte wieder zurück, doch es geht nicht, denn der Fluss den er auf dem Hinweg überquert hat ist nun um einiges breiter und wilder geworden im Frühjahr. Verzweifelt muss er wieder zu seinem Bus, jedoch ohne genügend Lebensmittel. Er versucht von Wurzeln und Beeren zu leben, doch isst ausversehen eine giftige Pflanze. Tagelang quält er sich herum, verliert immer mehr Gewicht, kommt dann auf das Zitat von oben, sieht in den Himmel und stirbt. Verzweifelt und doch irgendwie glücklich.
Ein paar Tage nach seinem Tod wird die Leiche gefunden. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte, die sich zwischen 1990 und 1992 abgespielt hat.

Im Gegensatz zu Alexander Supertramp gehen mir nicht die Lebensmittel aus und ich bin bereits zu dem Schluss gekommen, dass es schöner ist, wenn man Gesellschaft um sich herum hat, also keine Sorge. Bislang hatte ich noch nicht das Bedürfnis mich abzusetzen und im Nichts zu philosophieren ;)

Ich bin immer noch in Blenheim. Jetzt seit über zwei Wochen. Einen festen Job habe ich nicht, aber hin und wieder arbeite ich in einer Flaschenfirma... dort werden Weinflaschen gereinigt, etikettiert, in Boxen gepackt. Also ganz viel Spaß. Es reicht, damit ich meine Miete zahlen kann und etwas für die Lebensmittel habe, somit ist's in Ordnung. Warum ich keinen Weinfeldarbeit habe... keine Ahnung, gut, ich kümmere mich nicht wirklich, wurde das letzte Mal bei einem größeren Auftrag auch irgendwie übergangen, obwohl ich gesagt habe, dass ich Interesse hatte. Als ich dann mal um kurz nach 5 aufgestanden bin und morgens beim Sammelpunkt rumgefragt habe, ob noch Leute für den Tag gebraucht werden wurde ich wieder nach Hause geschickt. Irgendwie scheine ich kein Händchen damit zu haben und auch die Wein-Saison läuft wegen des durchwachsenden Wetters eher schleppend an. Aber bei mir ist es noch nicht so, wie bei manch anderem Backpacker, der das Geld wirklich wirklich braucht. Alles im grünen Bereich.

Doch mal zu den schöneren Dingen des Lebens: Tagsüber ist das Hostel meist ziemlich leer, weil halt viele arbeiten. Bis zur letzten Woche waren viele viele Deutsche hier, doch letzten Sonntag sind einige der Truppe abgereist. Das war der Start einer seltsam ruhigen Zeit vor allem, weil es viele der Stimmungsmacher und schrägen Vögel waren, die das Nest verlassen haben.

Nun übernehmen die Asiaten das Haus, was mal eine nette Abwechslung ist. Abends und am Wochenende lerne ich dementsprechend mal ein bisschen chinesisch (ich kann es nicht, ich vergesse auch immer die Worte, die mir beigebracht werden und die Aussprache ist der Horror!) und dank der schwedischen "Familie" (Mädel mit ihrem Bruder, ihrem Cousin und ihrer besten Freundin) kommen auch immer mal wieder ein paar schwedische Worte hinzu. Das ist um einiges einfach auszusprechen und ich wünschte, ich hätte in der Uni mehr getan um in den Sprachkurs zu kommen. Tja, Pech gehabt. Nun muss ich es so lernen und sollte bald mal eine Vokabelliste anfangen. Im Gegenzug wird natürlich auch deutsch gelehrt, wobei Schimpfwörter – natürlich – die beliebtesten Wörter sind, die gelernt werden wollen.

Die Wochenenden sind im Allgemeinen auch die beste Zeit der Woche (haha), denn kaum jemand muss arbeiten und vor allem Samstag abends wird feuchtfröhlich feiert. Zunächst im Hostel, dann in den … "Clubs", oder wir man die Räume mit Musik nennen möchte. Es macht Spaß und das ist die Hauptsache.

Mein "Plan" für die nächste Zeit... gibt es nicht. Das einzige was ich weiß ist, dass ich Blenheim vor Weihnachten verlassen werde. Bis dahin sollte es noch irgendwie Arbeit geben, die ein wenig mehr einbringt als nur die Wochenmiete. Vielleicht werde ich auch ein wenig aktiver in der Suche... Würde der Sache wahrscheinlich echt helfen ;)
Das Wochenende wird auf jeden Fall wieder gut. Heute Abend geht’s in den Wither Hill Farm Park, ein paar... Hügeln, die an die Stadt angrenzen um von dort den Sonnenuntergang zu sehe. Wenn das Wetter gut ist wird Samstag ein Strandtag und abends feiern und soweit ich gehört habe wollen am Sonntag einige Paintball spielen gehen. Ich würde mal behaupten... mir geht’s gut (bin ein wenig erkältet, aber egal, wird schon irgendwie wieder weggehen). Hoffe euch allen auch!

Viele Grüße an die Heimat!

Oh und noch eine Meldung aus der Heimat: "Unser" neuer Hund wurde Anfang des Monats geboren. Es gab nur eine schwarzmarkene Hündin im Wurf und das ist die kleine Cara...

Ein super süßes Bild von der Kleinen... das war am 19.11. (ich lese immer brav den Blog der Züchter, damit auch was von dem Hund mitbekomme...)
Und nun zu meinen Fotos:

Zum einen einige Fotos von dem besagten Wither Hills Park. Der Blick über Blendheim, zum Meer rüber.. oh und an dem Tag habe ich auch die Helikopter gesehen, mit der die Hobbit-Crew durchs Land fliegt. Sie sind nun wieder auf der Südinsel, waren letzte Woche in Nelson und jetzt irgendwo mitten im Land. Irgendwann werde ich noch drauf stoßen!





Das wunderschöne Bild mit den Betten und den pinken Wänden... das ist mein Zimmer. Ich lebe in einem rosa Zimmer... das Mädchenzimmer. Zeitweise auch mit Barbiebettwäsche und momentan rein deutsch. Karen meint, dass es ihr schönstes Zimmer ist (wenn man denn die Farbe mögen würde) ;) Ich zeige keine Bilder von der Gesamtansicht, denn Ordnung ist etwas anderes, aber was soll man auch machen. Vier Mädels in einem pinken Zimmer halt :D Mein Bett ist hier vorne rechts oben das...


Dann noch ein paar Beweise, dass es hier echt toll ist. Bilder vom letzten Samstag. Erst wurde gegrillt, dann gefeiert. Hier jedoch nicht chronologisch gezeigt, weil das Hochladen so viel Zeit gekostet hat, dass ich einfach keinen Bock mehr dazu habe :P 
Die ersten Bilder, die ich seit langer Zeit gemacht habe. Da war dann auch die ganze verrückte Truppe noch hier, viele von denen auf dem Foto sind nun nicht mehr hier. Neue sind jedoch hinzugekommen.. mal gucken wie dieses Wochenende wird.












Sonntag, 13. November 2011

Blenheim, Wein und so...

Es gibt nicht sonderlich viel Neues.
Ich bin nun in Blenheim, bleib hier eine Weile und versuche zu arbeiten. Bislang war das nur einmal der Fall, aber einmal ist besser als keinmal und so konnte ich mir wenigstens die Miete für fast eine Woche verdient. Passt somit.
Die Leute sind nett, das Hostel Mist. Und Internet nur in der Bib oder beim Mäcces und letzteres funktioniert meistens nicht. Ich werde mich somit irgendwann dann mal wieder mit einem längeren Post melden, wenn es auch was zu melden gibt.

Bis dann und lassts euch gutgehen und lasst mal von euch hören ;)

Sonntag, 6. November 2011

Von Nord nach Süd

Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
Weit überland, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fußes nach,
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
Wandergedicht von Bilbo. Herr der Ringe, Die Gefährten. J.R.R. Tolkien

Das Gedicht/Lied hab ich momentan andauernd im Kopf, weil es einfach mal zu dieser Reise passt ;)

Ein paar Tage (fast zwei Wochen) sind vergangen und ich bin einige an Kilometer weitergereist, habe die Nordinsel verlassen. Momentan bin ich in Picton, einem klitzekleinen Dorf, das wohl nur besteht und einige Hostels besitzt, weil es der Ort ist, an der die Fähren von Wellington anlegen. Doch das Örtchen ist eigentlich recht sympathisch, eingesperrt zwischen dem Meer und seinen Schären und den Bergen im Rücken. Leider ist das Wetter an meinem ersten Tag wirklich grässlich gewesen. Es regnete andauernd und es gab nur wenige kurze trockene Phasen. Auf dem Weg von der Fähre zum Hostel bin ich in einen dieser tollen Schauer geraten und wäre komplett durchnässt gewesen, wenn ich nicht – tada – mich nach der Gepäckausgabe erstmal in Regenkleidung eingepackt hätte. Trekkingschuhe, Regenhose und -jacke und der Rucksack eingepackt in seinen Mantel. So kamen meine Klamotten nass an, ich war aber einigermaßen trocken.

Da ich grad jedoch erstmal geguckt habe, was und wann ich das letzte Mal geschrieben habe, kommt nun die Vorgeschichte, immerhin war ich dort in der Nordspitze der Nordinsel.

Von Paihia habe ich eine dumme Entscheidung getroffen, dass ich erstmal noch eine Nacht in Auckland verbringen werde. Daraus wurden dann ein paar Nächte mehr, weil ich einen günstigen Bus haben wollte, der mich nach Wellington bringen sollte. Immerhin habe ich so in Auckland das gemacht, wo ich noch nicht war... z.B. Mount Eden. Netterweise war es gutes Wetter und ich hatte einen schönen Blick über die Stadt, auch wenn diese eher unspektakulär ist. 


Ansonsten war nicht wirklich viel los. War mit ein paar Mädels am Backpacker-Automarkt und hab mich ein wenig zulabern lassen. Aber in Auckland sind mir die viel zu teuer und außerdem habe ich ja den nicht-existenten Plan, dass ich so schnell wie möglich auf die Südinsel verschwinde.

Und dann war es endlich soweit. Ich hab den Nachtbus von Auckland direkt nach Wellington genommen. 11 Stunden Spaß im Bus. Der Fahrer war ein unsympathischer Kiwi (ja, sowas gibt es, auch wenn es wirklich wirklich selten ist) und jedes Mal, wenn ich eingedöst bin, hat er eine Durchsage gemacht. Somit war es mal wieder eher schlaflose Nacht.

Morgens wurden wir dann am Bahnhof in Wellington abgesetzt, wo ich dann mal einen Amerikaner und zwei Finnen kennengelernt habe (waren auch im Bus mitgekommen). Nach dem Ablegen der Backpacks im Hostel und einem leckeren Frühstück in einem Laden namens Mother's Kitchen ging es dann ins Te Papa. Das Te Papa ist ein riesiges Museum – ähnlich wie in Auckland – mit Maorigeschichte, Neuseelandgeschichte, und viele Dinge, die man selbst entdecken kann. Der Eintritt ist frei, wobei ich echt nicht verstehen kann, wie sie das finanzieren. Es gibt so viele Dinge, die man sehen kann und auch Computer und Shows. Es laufen etliche Personen darin rum... naja, was solls.

Nach der langen Nacht haben wir nicht das ganze Museum geschafft (eine kleine Pause haben wir da schon eingelegt. Mein erstes neuseeländisches Bier, was man wirklich gut trinken kann). Also wieder ins Hostel und ausgeruht.
Die nächsten Tage bestanden vor allem aus Erkundungstouren, wie eine Wanderung durch Wellington mit Besuch auf Mount Victoria (mal wieder ein Blick über die Stadt). 








Eigentlich hätte ich gerne eine der Herr der Ringe-Touren gemacht, also Bruchtal und co besucht, aber das Wetter war mir zu unbeständig als das ich für eine gute Chance auf Regen viel Geld für einen Landschaftsbesuch ausgeben wollte ;) Also bin ich einfach zu Weta-Cave gefahren. Das ist die Firma, die die Waffen, Effekte und Kostüme für Herr der Ringe, Narnia, King Kong und zuletzt Tim und Struppi gemacht haben. Sie haben dort ein Mini-Museum aufgebaut, damit Zuschauer sich einen kleinen Einblick verschaffen können, was alles in der Firma passiert, denn hinter dem kleinen Häuschen sind die großen Produktionshallen. Aber da kommt man ja leider leider nicht rein.








Nach ein paar Tagen Wellington (und einem grässlichen 10-Bett-Zimmer mit Langzeitinsassen = Schmutz und Chaos) bin ich dann auf die Fähre und somit ab auf die Südinsel. Und da bin ich halt immer noch.


Es gibt hier einige tolle Strecken zum Wandern (was anderes hat das Örtchen nicht wirklich zu bieten). Viel zu viele Deutsche und.. zu viele Franzosen... Aber ich konnte gestern Abend ein paar Deutsche, eine Australierin und einen Malaysier zum Scrabble überreden. Von Karten hab ich erst mal genug, hab vier/fünf (?) neue Kartenspiele an einem Abend gelernt und immer noch einige Probleme mit ein paar davon (aber hey, dazu hat man ja Sitznachbarn).













Als nächstes wird bald Blenheim (Kleines Städtchen nicht weit von Picton. Dort sollte es nun ganz viel Arbeit geben, weil der Ort vom Wein lebt...) angesteuert oder eine andere Stadt... hab mal ein paar Bewerbungen rausgeschickt und wenn sich da keiner meldet, gehts halt zum Wein.