Donnerstag, 28. Juni 2012

Ohana means family...

Ohana means family, family means nobody gets left behind - Lilo and Stitch

Das letzte Mal gab es ganz viele Fotos vom Abel Tasman. Dieses Mal könnte ich das gleiche machen nur mit meinem Trip zur Golden Bay.
Tom, ein Engländer, den ich Dunedin kennengelernt hatte, war nach Nelson gekommen und Dank einem netten Backpacker hier im Hostel, der mir sein Auto geliehen hat, konnten wir einen Tagestripp zur Golden Bay machen. Das heißt für mich: Auto fahren! Und ich habe es genossen. Selbst das Linksfahren war kein Problem! Da wird das Rechtsfahren in Deutschland dann wohl ein Problem ;)

Aber nun ein paar Infos für all die Unwissenden unter euch: Die Region namens Golden Bay ist der Bereich nördlich vom Abel Tasman und somit auch dem nördlichsten Punkt der Südinsel. Zudem gibt es dort die Farewell Spit, eine Landzunge, die ein paar Kilometer ins Meer reicht und im Grunde genommen nur aus Sand besteht. Die Meeresseite, die zum Festland führt, ist oft eine Falle für Wale, da das Wasser sehr flach ist und so Wale dort stranden und meist nicht den Weg wieder zurück finden. Selbst mithilfe von Menschen. Also hat diese eigentlich wunderschöne Landschaft doch eine zeimlich tragische Seite an sich.
Wir sind also am letzten Freitag morgens losgefahren. Zuerst ging es zu "The Grove". Um ehrlich zu sein: Geplant war eigentlich nichts. Ich habe am Abend vorher auf eine Karte geguckt auf der einige Ziele eingezeichnet waren und das, was interessant klang habe ich auf unseren Tagesplan gesetzt. The Grove ist im Grunde genommen nur eine Steinformation inmitten eines Rata-Waldes. Danach ging es weiter zur reinsten Süßwasserquelle in der Welt. Zumindest laut den Informationstafeln. Das war ziemlich genial, denn das Wasser war wirklich extrem klar und man konnte selbst die Algen in 10m Entfernung noch perfekt sehen. Dann gab es die wohl längste Strecke bis ganz nach oben. Ab zum Wharariki Beach, was der schönste Strand ist, den ich hier bislang gesehen habe. Dazu gab es immer eine frische Brise, die den Sand fliegen lassen hat und einige große Felsen mitten im Meer. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber es war echt schön. Normalerweise tummeln sich die Seehundbabys in den kleinen Tümpeln, die sich bei Ebbe bilden, aber natürlich haben wir keinen einzigen gesehen. Danach sind wir ein kleines bisschen weiter gefahren zum Farewell Point (oder so), dem nördlichsten Punkt der Südinsel. Der letzte Punkt des Tages war dann die Farewell Spit. Man kann nur etwa 4km alleine an ihr entlangspazieren, weil es ein geschütztes Gebiet ist und man dann Touren mitmachen muss. Da wir aber sowieso gegen Ende des Tages dort ankamen, haben wir nur einen kurzen Spaziergang gemacht und den Sonnenuntergang vom Strand aus beobachtet.
Im Dunkeln ging es dann wieder heimwärts. Unterwegs wurde im Mussel Inn zu Abend gegessen. Die haben ein leckeres selbstgebrautes Manuka-Honigbier. Leider für mich nur verwässert. Ich wollte es unbedingt probieren, aber fand es keine gute Idee den doch ziemlich abenteuerlichen Weg zurück nach Nelson mit einem normalen Bier zu fahren. Verdammte Vernunft...

Das war dann auch das aufregenste, was in der letzten Woche passiert ist. Achso, bis auf das Konzert gestern Abend. Zwei Amerikaner hatten einen Fotokontest gewonnen und der Preis waren zwei Tickets zu dem Konzert von "Flight of the Conchords". Die Band kennen wahrscheinlich nur wenige... Das sind zwei Kiwis, die eine Mischung aus Musik und Comedy machen. Im Grunde genommen kennt man sie nur in Neuseeland, aber 2007 hatten sie eine eigene Fernsehserie auf einem amerikanischen Fernsehsender und gewannen sogar einen Grammy. Zurück zum Erzählstrang: Also die Amis haben die Tickets gewonnen und dann kam die Nachricht, dass das eigentlich ausverkaufte Konzert dank eines Computerfehlers noch einige Tickets zu bieten hat, sodass wir mit insgesamt 6 Personen losgezogen sind. Es war ein klasse Abend und absolut lustig! :D  (kleines Song-Beispiel... aus ihrer Fernsehserie)


Ansonsten tut sich hier nicht viel. Das Hostelleben lebt sich so vor sich hin, wir sind eine große lustige Familie geworden und ich werde die Leute echt vermissen. Ein paar von uns haben sich schon wieder aufgemacht. Sonntags kochen wir zusammen, was dann darauf hinausläuft, dass Teams von 2+ Personen für 12+ Personen kochen. Das ist eine ganz schöne Arbeit, macht aber auch tierisch Spaß und ist wirklich interessant. Letztes Mal gab es ein Irish Stew mit Lammfleisch und dazu Kartoffelpüree. Yummie!
Um ein wenig Geld zu verdienen backe ich hier alle paar Tage einen Kuchen und verkaufe ihn. Bis auf einmal (da hat jemand meine Muffin in die Free Food Box gepackt) hat es auch echt gut geklappt. Favoriten sind ein einfacher Zitronenkuchen, der Kokos-Buttermilch-Kuchen und seit heute Apfelstreuselkuchen.

Aber nun zum interessanten Part, die Fotos:


The Grove

Süßwasserquelle



Der Strand


Am nördlichsten Punkt

Blick Richtung Farewell Spit


Spielzeugauto mitten im Nirgendswo...

Sonnenuntergang am Strand

Und dann war es dunkel

Donnerstag, 14. Juni 2012

Es fehlte nur der Cocktail...

Von Montag auf Dienstag war ich im Abel Tasman National Park unterwegs. Mit zwei netten Leuten aus dem Hostel habe ich mich auf, in die Wildnis gemacht - oder um es besser zu beschreiben - zu den schönsten und einsamsten Stränden Neuseelands.
Ich will ehrlich gesagt nicht sonderlich viel mehr sagen, in diesem Sinne: "Ein" Bild sagt mehr als tausend Worte...
 
Strandmalerei ;)

Das war irgendwann am Start.. es wirkt nicht wirklich beeindruckend...
 

Das war dann der Gemeinschaftsraum der Hütte in der wir übernachtet haben. Es gab auch zwei Schläfsäle (siehe rechtes Bild), aber da wir die ganze Hütte für uns alleine hatten, haben wir die Matten einfach zum Kamin geholt und haben dort geschlafen.
Der frühe Vogel fängt den Wurm... zum Zeitpunkt dieses Fotos waren wir schon über eine Stunde unterwegs. Der Wecker ging um 6Uhr los und kurze Zeit später sind wir mit Taschenlampen durch den Wald gestapft. Das musste leider sein, weil wir einen Strand und eine Bucht überqueren mussten, die man nur bei Ebbe zu begehen waren und natürlich war diese am frühen Vormittag...
Der Weg zur Buchtüberquerung...
EISKALT! Und wir hatten Glück, denn wir waren genau beim Tiefststand dort, somit ging das Wasser nur bis zu den Knien.
So sieht dann die Bucht aus, wenn das Wasser da ist... ein bisschen zu viel, um es zu überqueren ;)
Eins, zwei, drei... das sind unsere Spuren im Sand.. Watt.
Die Personen zu den Fussabdrücken...
 

Von unserem Endpunkt wurden wir dann mit dem Wassertaxi abgeholt und an einer "Insel" vorbei, auf der eine Robbenkolonie zuhause ist.
Strandmalerei ;)

Mittwoch, 6. Juni 2012

Nachricht aus dem Hogwarts-Schlafsaal


Ich bin nun am sonnigsten Platz Neuseelands gelandet, in Nelson. Wie ich dorthin gekommen bin? Nun ja... von Fox Glacier bin ich nach Greymouth und von dort aus nach Punakaiki zu den Pancake Rocks. Das waren zwei Tage. Am ersten Tag nach Greymouth und dann nochmal weiter. Aber ich hatte beide Male den gleichen Fahrer, einen Deutschen, der vor ein paar Jahren nach Australien gegangen ist und dort nun mit seiner Familie in einer Pizzeria arbeitet. Nach ein paar Tagen in Punakaiki in einem tollen Hostel direkt am Meer (dazu noch schlechtes Wetter, also hohe Wellen) bin ich wieder nach Greymouth (mit einem Australier). Dort habe ich dann eine Amerikanerin wiedergetroffen, die ich in Punakaiki kennengelernt habe und wir sind dann zusammen mit den Zug über den Arthurs Pass. Zugfahren hier ist übrigens nicht das Gleiche wie in Deutschland. Die Züge sind langsamer und ruckeln ganz schön. Aber ich bin ja nicht Zug gefahren des Transportes wegen, sondern, weil ich die Fahrt unbedingt machen wollte. Und es war echt schön. Abends sind wir dann in Christchurch angekommen und ich konnte endlich eine Nacht im Gefängnis verbringen. In Christchurch gibt es ein altes Gefängnis, dass in ein Hostel umgebaut wurde. Es hat somit absoluten Kultstatus und da ich in einem Zweierzimmer alleine geschlafen habe, war es auch ein echtes Knastgefühl.
Franz Josef Gletscher

Steg an einem See... keine Ahnung wo...

Pancake Rocks


Sonnenuntergang in Punakaiki

Zugfahrt nach Christchurch


Mein Hostel in Christchurch

Früh am nächsten Morgen bin ich dann mit dem Bus nach Blenheim. Von dort habe ich dann die kostengünstige Variante des Transportes wieder genutzt. Der Erste hat mich bis nach Havelock mitgenommen (berühmt aus drei Gründen: 1. den grünen Miesmuscheln, die hier gezüchtet werden. 2. dem Typ, der das erste Atom gespalten hat und 3. dem Typ, der die amerikanische Raumfahrtorganisation geleitet hat, die beide hier geboren wurden. Die Namen hab ich vergessen.). Von Havelock wurde ich auf einem Lieferwagen mitgenommen. Auf der Ladezone war der Hund schon und der musste dann ein bisschen Platz machen für meinen Backpack. Die Beiden waren nette Gesellen, die aus der Region kamen und am Hafen arbeiten. Trotzdem kam eine nette Diskussion über den Buchmarkt auf. Zum zweiten Mal bei meinen hitch hiking-Aktionen.
Und dann war ich in Nelson. Und hier ist dann nicht wirklich was passiert... außer.. ach ja, ich habe Ian McKellen getroffen. Ich habe ein Foto mit ihm und er hat es unterschrieben. Wuhu! Ich habe ein Autogramm von Gandalf. Es war absoluter Zufall, denn eigentlich wollte ich nur den Juwelier besuchen, der den Einen Ring für den Film geschmiedet hat und dann war er da. Am nächsten Tag hatte Ian (wir sind jetzt ganz dicke... okay, nein, ich habe gerade so die Frage herausbekommen, ob ich ein Foto mit ihm haben kann... dabei hatte ich mir einen ganzen Redeschwall überlegt!) zwei Shows hier in Nelson, um Geld für das Theater in Christchurch zu sammeln. Ich hatte natürlich kein Ticket und auch kein Glück vor den Shows vor dem Theater zu stehen. Aber ich habe das Autogramm bekommen.
Und nun bin ich in einem Hostel und arbeite mal wieder. Sprich: Betten machen, Staubsaugen, Küche putzen und dafür haben wir zu sechst einen Raum unterm Dach für uns. Wie in Hogwarts. Der einzige Herr bei uns ist heute in den Schrank unter der Treppe gezogen.. also in den Mini-Raum, der an unser Zimmer angeschlossen ist. Ich glaube die fünf Weiber waren zu viel. Ich werde hier die nächsten 3 Wochen bleiben und zwischendurch die Region erkunden. Danach geht es dann auf die Nordinsel, um den Rest Neuseelands kennenzulernen.









Ich habe den oberen Teil am Anfang meiner Zeit in Nelson geschrieben, aber nie gepostet.. ich habe es einfach vergessen. Also werde ich nun ein Update geben, denn es ist ein bisschen passiert.
Ich habe noch nichts außerhalb von Nelson gesehen, aber dafür ganz Nelson erkundet. Zudem hat sich mein Plan geändert: Ich bleibe noch länger hier im Hostel, suche mir ein bisschen Arbeit, damit meine Kosten abgedeckt sind und werde dann nur noch auf der Nordinsel reisen. Eigentlich wollte ich dort dann nochmal für 4Wochen arbeiten, aber ich mag es hier und so brauche ich mich noch nicht dem "Problem" zu stellen, die Südinsel zu verlassen.
Momentan ist draussen die Hölle los. Es stürmt und regnet und das schon seit gestern. Absoluter Ausnahmezustand für Nelson.. ich vermisse die Sonne bereits. Aber uns geht es hier oben noch ganz gut, denn die ganze Südinsel ist ansonsten in den Klauen von einem Tief, das Regen und Schnee bringt. Dunedin und Christchurch sind verschneit, die Pässe sowieso. Alles somit nicht ganz so angenehmes Wetter. Aber das Hostel ist super... vor allem, weil nette Leute da sind, ein bunter Mix aus Kanada, China, Japan, Deutschland, Finnland, Brasilien, Frankreich, Australien,... Es wird auf jeden Fall nie langweilig. Uuuund! Ich habe (mal wieder) stricken gelernt und habe momentan meine selbstgestrickte Mütze auf dem Kopf. Es ist ein kleiner Kult entstanden und nun werden Mützen, Schals und Ponchos gestrickt... zeitweise sitzen 5 Leute am Kamin und haben ihre Stricksachen dabei.