Mittwoch, 22. Februar 2012

Perspektivenwechsel

Nach vier Monaten nur Einträgen von mir dachte ich, dass es vielleicht mal interessant wäre jemand anderes an die Tastatur zu lassen:

Hi alle zusammen,
ich bin Jana, eine von Annas Arbeitskolleginnen in Dunedin. Wir teilen uns ein Zimmer und wahrscheinlich auch sonst alles. Wenn man auf so engem Raum so lange zusammen lebt lernt man den anderen schnell und sehr intensiv kennen. Manchmal zu intensiv ;) In unserem Zimmer lebt noch die dritte Rezeptionistin, Nicole. Aber schon das empfinde ich als Luxus. Jedes Zimmer in dem weniger als 8 Leute schlafen erscheint mir als sehr privat und ich fühle mich fast schon wie zu Hause. Es ist erstaunlich an was man sich gewöhnen kann. Bevor ich nach Dunedin gekommen bin, bin ich sieben Wochen lang nur gereist. Jeden zweiten oder dritten Tag war ich in einer anderen Stadt und meinen Rucksack habe ich niemals ausgepackt. Man trägt, was man grade am einfachsten aus dem Rucksack ziehen kann. Wenn man über Wochen so lebt ist man froh, wenn man doch mal eine Zeit am gleichen Ort bleiben kann. So toll reisen ist, so sehr braucht man auch seine Ruhephasen dazwischen.
Das Hostel in dem wir arbeiten ist ein kleines, sehr familiäres Hostel. Wir haben keine 30 Betten und das macht es einfach als Rezeptionistin jeden Gast beim Namen zu kennen. Man trifft sich morgens in der Küche und frühstückt zusammen oder kocht abends zusammen dinner. Viele Leute kommen in Dunedin an und wissen nicht, was sie weiter machen sollen. Deswegen haben wir viele Gäste, die anstatt der geplanten zwei Tage über Wochen bleiben. Anna war eine von ihnen :) So entstehen viele Freundschaften (auch wenn manchmal der totale Krieg ausbricht, weil man so lange auf so engem Raum zusammen lebt).
Ben, unser Boss ist ein lockerer Mensch, der weiß wie sehr Backpacker auf free stuff stehen. An manchen Abenden gibt es im Hostel Barbeque oder Pancakes, wir machen Filmabende oder wir gehen ins Kino. Manchmal kommt Ben dann mit riesigen Tüten vom Supermarkt und verdonnert den, der grade arbeitet dazu abends Pizza für alle zu machen. Wir sind jedesmal wieder froh, dass Anna da ist und weiß, wie man einen anständigen Pizzaboden backt. Wir wissen es nämlich nicht.
Heute ist ein typischer Dunedin Tag. Dunedin ist in jeder Hinsicht britisch...leider auch beim Wetter. Wir sitzen also im Wintergarten und gucken hinaus in das trübe Regenwetter. Obwohl ich schon mehr als vier Wochen in Dunedin bin kann ich die sonnigen Tage an einer Hand abzählen. Das animiert dazu den Tag komplett im Schlafanzug zu verbringen und wenn möglich nur eben zum Supermarkt zu gehen, damit man abends etwas gutes kochen kann.
Normalerweise ist Dunedin eine eher verschlafene Stadt. Die letze Woche sind allerdings die ganzen Studenten für das neue Sommersemester zurück gekommen. Da sieht das Ganze schon wieder anders aus. Diese Woche kommen viele Leute in die Stadt um an der Orientation Week der Universität teilzunehmen. Für die meisten heißt das eine Woche lange Konzerte und Party. Für manche heißt das jede Menge Touristen, die nicht anständig auf ihre Wertsachen aufpassen. Mir wurde samstag Abends mein Portemonnaie und meine Camera gestohlen, Nicole ihre Uhr. Wir dachten schon es könnte nicht schlimmer kommen, bis jemand am Montag Abend die Keydeposits im Hostel gestohlen hat. Spätestens da dachten wir, schlimmer geht es nicht, bis wir unseren Boss angerufen haben und der sehr sauer geworden ist, weil sein  2. Hostel ein paar Tage vorher ausgeraubt worden ist.  Aber jetzt kann es wirklich nur noch besser werden :)
Während meiner Zeit in Dunedin habe ich viele der Touristenattraktionen hier gesehen. Wenn man anruft und erklärt, dass man in einem Hostel arbeitet und den Leuten berichten kann wie toll die Tour war, darf man sie nämlich umsonst machen. In Dunedin gibt es eine der größten Brauereien in Neuseeland und eine Schokoladenfabrik. Da wird man gezwungen weiße Haarnetze zu tragen und darf während der Tour jede Menge Schokolade probieren. Mein Highlight war der kleine Becher mit geschmolzener Schokolade :) Außer Schokolade und Bier kann man von Dunedin aus raus auf die Peninsula fahren und bei Sonnenuntergang Gelbaugen Pinugine beobachten , wie sie nach einem Tag im Wasser zurück an Land kommen. Außerdem gibt es Albatrosse und Seelöwn, die man aus nächster Nähe beobachten kann. Albatrosse sind übrigens zu schwer zum Fliegen. Seltsame Vögel...
Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Sachen doppelt und dreifach erzählt. Den Rest von Annas Block kenne ich nämlich gar nicht.
Ich wünsche allen noch einen schönen Tag :)
Cheers,
Jana


Joa, das war doch mal was anderes. Ich werde nur noch ein wenig ergänzen und Bilder hochladen ;)
Vom Hostelleben abgesehen (davon hat Jana scho genug erzählt), habe ich nun auch ein paar Dinge außerhalb von Dunedin kennengelernt. An einen der schönen Tage habe ich mich zu Fuß aufgemacht und bin zum Tunnelbeach gelaufen. Nach zweieinhalb Stunden habe ich den Strand dann auch endlich gefunden. Ich bin natürlich nicht den einfachen, direkten Weg genommen, sondern bin vor der offiziellen Straße schon zur Steilküste, bin einem Trampelpfad gefolgt, über Zäune und einfach an der Küste entlang. Es war genial! Netterweise war ich nicht die einzige Person, die gerne mal vom Weg abweicht und so habe ich die Tour mit einem Italiener (meinem ersten Italiener, den ich in NZ getroffen habe!) gemacht. Wir sind zusammen zum Strand, haben dort eine Weile verbracht und dann auf dem normalen, einfachen Weg wieder zurück zur Stadt.








 Durch diesen Tunnel hat der Tunnelbeach seinen Namen. Wenn man diese Treppen geht gelangt man in die kleine Bucht und kann das Meer genießen.

An einem anderen Abend waren dann mal wieder Pinguine angesagt. Dank eines deutschen Touristen konnten wir mit auf die Peninsula und haben uns die Blue Penguins angesehen. Da es zum Fotos machen zu dunkel ist, habe ich ein VIdeo aufgenommen, damit ihr wenigstens mal den "Gesang" der Pinguine hören könnt.

Letztes Wochenende waren Schottenröcke, Lederjacken und Harleys angesagt. Ungefähr 800Harley Davidson Fahrer und ihre Maschinen sind durch Dunedin gebrettert und wurden dabei von Dudelsackspielern begleitet. Leider hat aber geregnet, sodass es nicht so toll war. Trotzdem reichlich beeindruckend.


2 Kommentare:

  1. Danke, Jana. ;)

    Kommt mir alles sehr bekannt vor. :D Das mit den Diebstählen ist krass, hoffentlich bleibt es jetzt dabei. Und sehr schicke Fotos!

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  2. Tolle Idee, danke an Jana :)

    Gesang der Pinguine... schööön!

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